Mit welcher Kamera werde ich ein guter Fotograf? Teil 1

Posted by:bierkaemper on Aug - 13 - 2012 - Filed under: dies und das -

Immer wieder mal, werde ich von Freunden und Bekannten angesprochen: “Sag mal, ihr kennt euch doch aus”, ich möchte mir auch eine Kamera zulegen und solche Bilder machen können, wie ich Sie bei euch sehe.”

Und dann kommt die entscheidende Frage: “Welche Kamera würdet ihr mir empfehlen?”.und ich sehe die Hoffung und den Wunsch, daß sobald man also solch eine Kamera besitzt, die guten Fotos automatisch kommen.

Meine Standardantwort ist dann immer: “Bedenkt, nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Fotograf”. “Also überlegt euch vorab, was ihr gerne fotografieren wollt und stellt euch darauf ein, daß ihr hiermit ein Hobby beginnt, wo das Lernen nie aufhört und ihr etwas Zeit investieren müßt um einige Dinge zu verstehen und damit meine ich nicht nur die Kamerabedienung”.

Oft höre ich dann Dinge wie: “Ich möchte natürlich gerne so alle möglichen Alltagssituationen aufnehmen, also Bilder vom Hund, Katze, Vogel, Kind, der Familie, Feiern und Festlichkeiten natürlich, also auch mal etwas in Räumen mit Blitz vielleicht” “Vielleicht auch so Dinge, wie Blumen und kleine Tiere, wie z.B. mal eine Libelle oder so was” “Andere möchten gerne unbedingt ein Zoomobjektiv, und möchten Dinge näher ranholen können, z.B. auch auf einer Party oder mal im Zoo mit den Kindern” “Wieder andere möchten Naturaufnahmen machen, z.B. auf einer Safari oder von Sehenswürdigkeiten sowie Landschaften”

Vorausgesetzt, daß sich alle näher mit dem Thema Fotografie beschäftigen wollen, muß ich unterschiedliche Systeme empfehlen. Der Naturliebhaber braucht eine andere Ausstattung, also der Familienfotograf, der liebend gerne Portraits anfertigen möchte.

Keiner will am Anfang mehr Geld als nötig ausgeben, also warum sollte man sich also ein Tele, Weitwinkel, ein Makro und ein Portraitobjektiv kaufen.

Jetzt kommen viele auf die Idee: “Ich kann mir ja ein sog. Zoomobjektiv kaufen und dann hab ich ja alle Funktionen”. Leider nicht. Ja, man kann zwar von leicht weitwinklig bis in den Telebereich zoomen, aber mit ganz viel Einschränkungen. Und die sollte man kennen, damit man hinterher nicht enttäuscht ist.

Weiß man also was man will hat man schnell auch das Kamerasystem gefunden, das zu einem passt.
Jetzt entscheidet der Geldbeutel und ich kann euch versprechen, man kann viel Geld ausgeben, ob man es muß, sei mal dahingestellt.
Nur dann geht es aber erst richtig los:
Jetzt müßt ihr noch lernen, wie man mit eurem neuen Handwerkszeug umgeht und damit meine ich nicht nur die technische Bedienung. Also einmal rasch das Handbuch lesen und schon bin ich ein guter Fotograf. Ihr werdet schnell enttäuscht sein, wenn die Ergebnisse nicht so sind, wie ihr Sie erwartet habt, obwohl ihr doch jetzt so eine teure Kamera in den Händen haltet. Viel zu oft sehe ich Fotografen mit den tollsten Kameramodellen die dann alles auf “Automatik” gestellt haben und mich oft fragen, warum die Bilder nicht so sind wie sie gehofft hatten. Aber dazu später mehr, warum euch damit keine guten Fotos gelingen können.
Wer sich ernsthaft mit dem Thema Fotografie auseinandersetzen möchte, und dem es nicht reicht, daß vielleicht ab- und an mal ein Schnappschuss gelingt, und man von einem ernstzunehmenden Foto sprechen kann, sollte sich ernsthaft mit dem Thema Bildgestaltung auseinandersetzen. Man wird nicht drum herum kommen, wenn man ein guter Fotograf werden möchte, ein sog. fotografisches Auge zu entwickeln.
Ihr müßt sehen lernen. Aber ich kann euch versprechen, sehen lernen heißt,  mit anderen Augen durch diese Welt zu gehen, und das ist richtig spannend. Ein wahres Geschenk. Ihr werdet Dinge sehen, die anderen gar nicht aufgefallen sind. Und ihr werdet sie fotografieren.
Das spannende daran ist, daß man nicht unbedingt immer eine Kamera dabeihaben muß. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, daß ihr regelrecht suchen werdet, was ein gutes Motiv sein kann, sei es in der Natur, auf der Arbeit, wo auch immer ihr euch befindet, was auch immer ihr gerade macht…und ihr werdet euch sicherlich noch öfter ärgern, jetzt keine Kamera dabei zu haben, wo doch die Motivklingel grade so doll rappelt:-)
Aber dazu müßt ihr eure fotografischen Sinne schärfen und lernen was ein Foto ausmacht. Erst dann kommt wieder die Kamera ins Spiel, die dann wieder nur das Handwerkszeug ist, welches ihr einsetzt um eure Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Und dann sollte alles stimmen und ihr die richtige Kamera haben, um z.B. die kleine Libelle, die freundlicherweise auf dem Seerosenblatt Platz genommen hat, formatfüllend auf euren Sensor zu brennen…
Ich möchte in diesem Blog beginnen, eine kleine Übersicht zusammezustellen um die vielen Fragen zu beantworten, die bei diesem Thema unbedingt wichtig sind zu wissen und werde versuchen mit Fotos und vielleicht auch Videos, das ganze zu verdeutlichen. Ich wünsche jetzt schon viel Spaß damit und würde mich über euer Feedback und Fragen freuen.
also bis demnächst zu den folgenden Themen :
  • Kameratypen und Modelle im Vergleich
  • Die Technik der DSLR im Detail
  • Megapixel um jeden Preis – oder was ist entscheidend für eine gute Bildqualität
  • Einschaltzeit und Auslösezeit
  • Was bedeuten Brennweite, Belichtungszeit und ISO-Zahl und warum sollte ich das wissen?
  • Lichtempfindlichkeit und Rauschen
  • Blitz oder Tageslicht? Das Gestalten mit Licht
  • Arbeiten im Studio – Blitzanlagen
  • Wie entwickle ich ein fotografisches Auge – kleine Aufgaben um die Sinne zu schärfen
  • weitere Tipps für die Bildgestaltung
  • wofür sind Filter?
  • Wann setze ich ein Stativ ein?
  • Nachtaufnahmen – was muß ich beachten
  • die blaue Stunde
  • ganz viele Aufgaben…laßt euch überraschen

 

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Hobbyfotograf aus Leidenschaft. Ich liebe Tierfotografie sowie Portraitfotografie mit available light. Es darf auch gerne mal das Studio sein. Am allerliebsten bin ich Unterwasser und versuche diese wunderbare Welt so festzuhalten, wie sie sich mir präsentiert. Ich fotografiere bereits seid vielen Jahren und bin immer wieder an spannenden Herausforderungen interessiert. Sprechen Sie mich gerne an oder senden mir eine mail. Ihre Heike Bierkämper